Anamnese
Ein ausführliches ärztliches Gespräch (Anamnese) steht am Anfang jeder Diagnose und Therapie. Nur so ist es möglich Probleme und Beschwerden der Patientin zu erfragen bzw. Ihre Wünsche zu berücksichtigen. Eine Anamnese ist sehr wichtig, um Ihre Vorgeschichte bzw. die derzeit bestehenden gesundheitlichen Probleme zu erfragen.
Gynäkologische Untersuchung
Vor der gynäkologischen Untersuchung sollten Sie die Harnblase auf jeden Fall entleeren. In manchen Fällen ist eine Urinkontrolle notwendig. Dabei wird festgestellt, ob der von Ihnen produzierte Harn pathologisch verändert ist, d.h. ob abnorme Bestandteile im Harn, wie z.B. rote Blutkörperchen, Bakterien, Eiweiße etc. enthalten sind.
Bei der gynäkologischen Untersuchung wird vorerst das äußere Genitale (Schamlippen) betrachtet. Danach wird mittels eines Scheidenspiegels (Speculum) die Beschaffenheit der Scheidenwände beurteilt. Es kann aus der Scheide Untersuchungsmaterial zur weiteren Diagnostik von Ausfluß bzw. Entzündungen abgenommen werden. Danach wird der äußere Muttermund inspiziert und von dort ein Krebsabstrich zur zytologischen Beurteilung abgenommen. Es kann notwendig sein, daß der äußere Muttermund auch mit einer Lupenvergrößerung (Kolposkopie) beurteilt wird. Danach wird die Gebärmutter bzw. die Eierstöcke mit beiden Händen abgetastet. Dabei wird ein Finger in die Scheide eingeführt, die andere (meistens linke Hand) tastet durch die Bauchdecke die Beschaffenheit der Organe.
Ultraschall
Eine vaginale Ultraschalluntersuchung (Ultraschall durch die Scheide) ist die wichtigste bildgebende Untersuchung. Dabei können Auffälligkeiten im Bereich der Gebärmutter bzw. der Eierstöcke meistens gut erkannt werden.
Beispiele finden Sie hier:
Weitere Bildgebung
Eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) kann in Einzelfällen zur Operationsplanung sinnvoll sein.
Tumormarker
Unter dem Begriff "Tumormarker" versteht man eine chemisch und biologisch heterogene Gruppe von Laborparametern. Diese umfasst Blutgruppensubstanz-Derivate (Carbohydrat-Antigen [CA] 19-9), Hormone (humanes Choriongonadotropin [HCG]), Antigene (Cancer-Antigen [CA] 125, Cancer-Antigen [CA] 15-3, alpha Fetoprotein [AFP], Carcino-Embryonales Antigen [CEA], squamous cell carcinoma Antigen [SCC]), Enzyme (Laktatdehydrogenase [LDH]) und viele andere. Für die Tumormarkerbestimmung ist eine Blutabnahme erforderlich, Tumormarker werden üblicherweise im Serum bestimmt. Ein "idealer" Tumormarker sollte die Fähigkeit haben in der Unterscheidung von "bösartigen" zu "gutartigen" Erkrankungen zu helfen. Dies ist für die Entscheidung, ob operiert wird oder nicht bzw. für die Operationsplanung von grosser Bedeutung.
Tabelle 1. Tumormarker bei gynäkologischen Krebserkrankungen.
| Erkrankung |
Tumormarker der 1. Wahl |
Tumormarker der 2. Wahl |
| Endomtriumkarzinom |
CA 125 |
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| Ovarialkarzinom |
CA 125 |
CA 19-9 |
| Keimzelltumor des Ovars |
HCG, AFP, LDH |
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| Zervixkarzinom |
SCC |
CA 19-9, CA 125 |
| Vulvakarzinom |
SCC |
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CA 125: Cancer-Antigen 125, CA 19-9: Carbohydrate Antigen, HCG: humanes Choriongonadotropin, AFP: alpha Fetoprotein, LDH: Laktatdehydrogenase, SCC: squamous cell carcinoma Antigen