Ausschabung der Gebärmutter (Curettage, Abrasio)

Unter Curettage versteht man eine Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut um erstens die Ursachen von Blutungsstörungen zu klären (hormonelle Ursachen, Entzündungen, Wucherungen), zweitens etwaige Erkrankungen der Gebärmutterhöhle zu behandeln (z.B. Polypabtragung oder Gewebereste nach einer Fehlgeburt zu entfernen) bzw. eine verhaltene Fehlgeburt (Missed abortion) chirurgisch zu behandeln.

Eine Curettage ist die häufigste gynäkologische Operation. Sie kann sowohl aus diagnostischen Gründen als auch aus therapeutischen Gründen durchgeführt werden. Die Curettage wird in Allgemeinnarkose oder in seltenen Fällen in örtlicher Betäubung durchgeführt. Die Gebärmutterschleimhaut bzw. die nicht mehr intakte Schwangerschaft wird mit einem löffelförmigen Instrument (Curette) ausgeschabt bzw. mit einem Sauggerät entfernt (Saugcurettage). Der Gebärmutterhals wird vor der Ausschabung mit Instrumenten schonend gedehnt. In Sonderfällen können den Gebärmutterhals erweichende Medikamente (Prostaglandine) diese Dehnung erleichtern. Das entfernte Gewebe wird nach nach der Operation vom Pathologen mikroskopisch untersucht.

Welche Komplikationen und Nebenwirkungen können auftreten?

Eine Curettage verlauft meist ohne Komplikationen. Eine Verletzung oder Durchstoßung (Perforation) der Gebärmutterwand mit den chirurgischen Instrumenten ist sehr selten. Sie bedarf in den meisten Fällen keine weiteren Maßnahmen. Ausgesprochen selten können solche Verletzungen eine Nachoperation mit Bauchspiegelung oder Bauchschnitt - im äußersten Fall mit Entfernung der Gebärmutter und Bluttransfusionen - erfordern. Diese Maßnahmen können auch bei schweren Blutungen oder Nachblutungen notwendig werden, die bei gestörter Blutgerinnung oder unter gerinnungshemmender Therapie auch ohne Verletzung möglich sind.

Leichte Blutungen nach Stunden oder Tagen sind normal. Infektionen von Gebärmutterhöhle oder Eileitern, die eine spezielle Nachbehandlung erfordern, sind selten. Sehr selten kommt es nach Curettagen zu dauernden Schäden oder zu Verklebungen von Muttermund, Gebärmutterhalskanal oder Gebärmutterhöhle. Auch bei sorgfältigster Vorgehensweise können in der Gebärmutter Restgewebe zurückbleiben. Dies kann zu verlängerter Blutung und spontanem Ausstoßen des Geweberests führen. In manchen Fällen ist auch eine Nachoperation zur vollständigen Entfernung des zurückgelassenen Gewebes notwendig. Wie nach jedem operativen Eingriff können sich Blutgerinnsel in den großen Venen bilden, die verschleppt werden und eine Blutgefäß verschließen können.

Was ist nach einer Curettage zu beachten?

Die während der ersten Tage nach der Operation bestehende Blutung ist normal, der Blutverlust dabei ist sehr gering. Nach einigen Tagen (meistens nach 3-5 Tagen) kann der Blutverlust für kurze Zeit ein wenig zunehmen, danach kann über ca. 14 Tage ein blutig-bräunlicher Ausfluß bestehen. Sollte diese Blutung stärker als eine normale Regelblutung sein, ist eine sofortige ärztliche Kontrolle notwendig. Leichte ziehende Schmerzen sind kein Grund zur Besorgnis.

In den ersten 3-4 Wochen nach der Operation sollte man folgendes beachten:

  • Badeverbot: keine Voll- oder Sitzbäder nehmen, nur duschen
  • keine Tampons verwenden, stattdessen Vorlagen (Binden)
  • Koabitationsverbot: kein Geschlechtsverkehr
  • nicht schwimmen gehen
  • keine Sauna

 Wird der Eingriff ambulant durchgeführt, lassen Sie sich bitte von einer Begleitperson abholen, da Ihr Reaktionsvermögen eingeschränkt sein kann.